Fee Minist
28. Jan 2026,

Fühlen sich Babys noch wohl, wenn sie nach der Geburt bemerken: „Autsch, ich bin in der Frauengruppe gelandet“? Das Geschlecht im unteren Rang.
Welch ironische Entwicklung dies doch war – das zeigt die grösstenteils männlich dominierte Geschichte der Menschheit.
„Oh nein, haben wir Männer das Schlamassel verursacht?“
Die berühmten Hebel der Macht – also Geld, Wissenschaft und Politik – waren selten geschlechtlich ausgeglichen.
Eigentlich waren sie das nie.
Ergo gingen unzählige weibliche Ideen, Fähigkeiten und Perspektiven verloren.
Warum?
Weil sie nie die Chance hatten, sich zu zeigen oder gleichberechtigt mit am Tisch der Entscheidungen zu sitzen.
Frauen stellen immerhin die Hälfte der Weltbevölkerung dar, haben aber lediglich einen Bruchteil des Einflusses auf das Weltgeschehen.
Nein, Menschen sind nicht automatisch gut, nur weil sie weiblich sind – das wäre eine sinnfreie Behauptung.
Aber Frauen denken und handeln anders.
Und genau das macht den tiefgreifenden Unterschied prosperierender Gemeinschaften aus.
Nehmen wir einmal an, in Führungspositionen von Unternehmen und in der Politik spiegle sich der Frauenanteil tatsächlich zur Hälfte wider.
Was würde sich ändern – in Wirtschaft und Politik?
Frauen setzen Prioritäten auf Bildung, Gesundheit, soziale Stabilität und Gewaltprävention.
Also Themen, die Kriminalität vermindern, Lebensqualität erhöhen und Gesundheit fördern.
Keine schlechte Bilanz in der Budgetplanung, meine ich.
Gemischt organisierte Teams lösen komplexe Aufgaben grundsätzlich besser als homogene Gruppen.
Zudem verändert sich das Verhalten und die Rhetorik in gemischten Teams – meist positiv.
Krisen wie Krieg, Polarisierung, Korruption und Ressourcenraubbau sind nicht zwingend Männerprobleme,
doch historisch gesehen wurden die entscheidenden Weichen von Männern gestellt.
Geschlechtliche Balance wäre ein Upgrade für die Demokratie.
So, nun aber konkret: ein Blick in die Geschichte – mit Beispielen.
Wenn Frauen in Friedensprozesse eingebunden sind – real, nicht nur symbolisch – dann halten Abkommen tendenziell länger.
UN Women zieht aus verschiedenen Studien das Fazit, dass die Chancen für einen Frieden mindestens zwei Jahre bestehen, wenn Frauen aktiv beteiligt sind.
Und die Wahrscheinlichkeit für langfristigen Frieden steigt durch die Beteiligung von Frauen sehr deutlich.
Der Blick auf die Klimakrise lässt vermuten, dass der Slogan „Frauen retten das Klima“ gar nicht so falsch ist.
Denn viele der lautesten Stimmen im Kampf gegen die Klimakatastrophe sind weiblich.
Aber auch bei den Entscheidungsträgern ändern sich die Prioritäten, sobald Frauen gleichberechtigt am Tisch sitzen.
Sie richten den Fokus stärker auf die Haushalte, Kommunen, Energiepolitik und Landwirtschaft –
und gestalten die Umsetzung sozial um einiges robuster.
Der wichtigste Hebel für Erfolg ist der Zugang zu Bildung, Landrechten, Kapital und politischem Einfluss.
Die Volkswirtschaft verliert massiv Geld, wenn Frauen schlechteren Zugang zu Karrieren oder fairer Bezahlung haben.
Laut IWF stärken Frauen Wachstum und Stabilität einer Wirtschaft – sofern sie teilnehmen können. Oder dürfen.
Die Weltbank betonte 2024, dass das globale BIP massiv grösser wäre,
wenn die Lücken in der Beteiligung von Frauen in Führungspositionen geschlossen würden.
Politikerinnen sind keine Engel, die automatisch alles besser machen.
Aber sie setzen andere Schwerpunkte – stärker auf Gesundheit und Bildung –
weil sie andere Lebenserfahrungen und damit differente Prioritäten mitbringen.
Durchmischte Teams zeigen messbare Vorteile – ihre Studien werden häufiger zitiert.
Wenn Teams gut geführt und geschlechtlich gemischt sind,
kann Diversität zum echten Zauberstab werden.
Mit Blick auf die Weltgeschichte – und die aktuelle Weltlage – wird der Ruf lauter:
„Frauen an die Macht!“
Mein Ruf wäre eher:
„Frauen mit in die Macht.“
Damit holt sich die Menschheit – und ihre Entscheider:innen –
die andere Hälfte an Intelligenz, Erfahrung und Kreativität zurück an den Tisch.
Und wie ein berühmter kanadischer Politiker kürzlich meinte: «Wer nicht am Tisch sitzt, landet auf der Menukarte."
