Kat Zen
07. Feb 2026,

Wer bis Zen zählen kann, hat wahrscheinlich einen Hand zum Zen Buddhismus. Denn Zen ist der Kern dieser Philosophie der Ruhe. Wenn sich eine Runde von Menschen - ja, auch runde Menschen - in einer bestimmten Stellung setzen, dann tun sie vor allem eines: Sie beschäftigten sich mit der Atmung. Ein...Aus...Ein...Aus.
Soweit so atemfrisch. Doch kann nicht das Einzige sein, was diese Gruppe beschäftigt, denn bekanntlich ist das Atmen ein Reflex. Als Beiliage wird den Anwesenden ein sogenanntes Koan hingestellt. Ein Koan ist nichts anderes, als eine Frage oder gar ein Rätsel, mit dem sich die mentale Abteilung jedes Einzelnen beschäftigen soll. Wer die Lösung findet oder die Frage beantworten kann, dem winkt die Erleuchtung freundlich zu. Der Trick mit der Frage oder dem Rätsel ist intensiv, denn damit wird nicht nur das logische Denken und das tiefe Verständnis einer Sache bewirkt, sondern macht die Meditation um einiges spannender. Und nein, diese Gruppe von Menschen wird nicht wild das Rätsel diskutieren oder Google zuhilfe nehmen. Die Stille ist ein Teil des Ganzen. Diese Menschen sind einfach hellwach, hellhörig und ziemlich helle beim Finden der Lösung.
Lassen wir uns mal auf einen Test der westlichen und weltlichen Art ein. In dem Meditationsrezept fügen wir ein Kat hinzu. Das Kat ist der Teil des Prozesses, der selbständige und selbstbewusste Menschen zum Dienen bekehren. Alles dreht sich plötzlich nur noch um das Kat und das Zen in deren Leben. Sie schauen öfter auf die Uhr, weil das Wesen zuhause pünktlich auf das Essen wartet. Die Ausscheidungen werden fein säuberlich und absolut sofort aus der geweihten sandigen Kiste entfernt und auf nimmerwiedersehen verschwinden lassen. Anschliessend oder später oder gar heute nicht mehr erscheinen Zen und Kat und fordern ihre Zeit ein. Keine Diskussion, Verhandlung oder Debatte läutet diesen Moment ein. Vielleicht ein kurzer knapper Befehl von General Miau mag dem Moment der Innigkeit vorausgehen, aber das ist meist schon alles.
Wer bisher meinte, in manchen Situationen sei man auf den Hund gekommen: Vergiss es. Jetzt ist Katzenzeit. Diese sich selbst auf das höchste Podest gestellte Wesen hat alles im Blickfeld. Sie entdecken reflexartig jede Veränderung in ihrer Umgebung. Wenn Dinge plötzlich da sind, dann werden diese inspiziert, kontrolliert, beschnuppert und allenfalls von der Bildfläche mit einer einzigen pfotigen Bewegung aus dem Sichtfeld entfernt. „Du kommst hier nicht rein.“ steht deutlich in den grünen Augen zu sehen.
Doch diese Wesen haben noch andere Tricks auf Lager. Damit ihre untertänigen Gesellschafter weder ins Grübeln noch zum Nachdenken kommen, werden sie von den Kat Zen umgarnt, umarmt und mit sanftem Betatzen von jeglichen kritischen Gedanken weggeschnurrt.
Sie sind die erklärten und aufgeklärten Herrscher des umgebenden Universums jeglichen Lebens. Ohne Katzen wäre die Welt um einiges ärmer, denn das Schnurren und das Umdiebeineschleichen haben grossen Suchtfaktor.
Das WISSEN diese seltsamen, aber herzigen, süssen, göttlichen Wesen ganz genau.
"OK, ich muss den Text sofort beenden. Mrs. BE - meine Siamkatze - schleicht um mich herum.
Und Tschüss."
