Cow Boys
11. Feb 2026,

Ach du meine Güte – wie inspirierend waren doch die Bubenjahre, als Cowboys und Indianer den schwarz-weissen, klitzekleinen Bildschirm bevölkerten. Als die Colts ständig rauchten, die Bonanza-Ranch die erste Männer-WG beherbergte und der Riesenkerl John Wayne damit beschäftigt war, den Wilden Westen aufzuräumen.
Ach du meine Güte – wie verfärbt und vergilbt diese Romantik heute wirkt. Oder?
Der Wilde Westen hat es nie gegeben. Und heute existiert er erst recht nicht mehr. Hollywood und Fernsehproduzenten haben über Jahrzehnte eine Legende aufgebaut: In der ältesten Demokratie der Welt sei das Recht vom Parlament auf die Faust übergegangen. Der Schnellere, der Stärkere, der Fieseste gewinnt den Kampf auf der staubigen Hauptstrasse – direkt vor dem Saloon.
Solche Szenarien wären heute in den modernen Staaten von Amerika nicht einmal ansatzweise vorstellbar.
Doch wer waren diese stets heldenhaft wirkenden Cowboys im Film und Fernsehen? Schauspieler? Ach so.
Und wer hat all diese unglaubwürdigen Cowboy-Geschichten erfunden? Karl May und Konsorten? Wohl kaum.
Ein Blick in die Geschichte der Kuhhirten lässt vielleicht das eine oder andere Klischee im Steppenstaub verschwinden.
Diese „Boys auf hohem Ross“ waren vor ein paar Hundert Jahren tatsächlich damit beschäftigt, riesige Rinderherden quer durch das Land zu treiben – auf der Suche nach gutem Gras.
Vor fünfzig Jahren waren wir Hippies ebenfalls stets auf der Suche nach gutem Gras.
Fazit: Beide Berufe waren ehrenhafte Tätigkeiten friedliebender junger Menschen auf der Prärie des Lebens.
Doch bleibt die Frage: Warum haben sich manche Abteilungen der Cowboybranche vom Gesetz verabschiedet?
Warum setzten sie sich – mit Colt, Faust und ohne Gewissen – über das Recht hinweg? In der Wirklichkeit. Und in der Fiktion. Irgendetwas muss diese Männer bewogen haben, das Gesetz entweder zu ignorieren oder es vollständig zu ihren Gunsten zu verbiegen.
Wie erleichtert wir doch sind, dass diese brutale Zeit der Gesetzlosen in den USA vorbei ist. Sorry, John Wayne, Henry Ford und Co.
In den modernen, freiheitsliebenden Vereinigten Staaten von Amerika blüht heute eine prosperierende Gesellschaft der Moderne.
Ein Land, das stets zwei Schritte vor allen anderen voranschreitet – und Standards setzt. Ein Staatenverbund, der die Weltpolitik regelt und bei Konflikten seine Cowboys in fremde Länder schickt, um „mal kurz nach dem Rechten zu sehen!“
Wie? Fiktion?
Die „Rechten“ sind jetzt diejenigen, die das Land in die Zukunft führen? Oder etwa zurück in die Vergangenheit? Und was tun sie dort?
Stopp!
Was in aller Welt ist aus dem amerikanischen Traum geworden – dass er sich zum Albtraum gewandelt hat?
Wer hat da wann und was geraucht? Die Nachrichten auf allen Kanälen zeigen ein Bild der Verpeinigten Staaten von Amerika,
das die meisten Erinnerungen an frühere Jahrzehnte wie Seifenblasen platzen lässt. Der Traum der unbegrenzten Möglichkeiten ist zur Realität der unbegrenzten Grausamkeiten verkommen.
Verdammt nochmal – wer hat das Handbuch der Autokratie und des Faschismus ausgegraben und zum Top-Ratgeber erklärt?
Holy shit!
Hey, ihr Cowboys – was macht ihr da?
Wie? Diese ICE-Cowboys verhaften alles und jeden, der nach Kritik aussieht – oder danach riecht?
Die Presse lässt sich erpressen?
Schulen und Universitäten ebenfalls?
Alliierte Staaten werden zur feindlichen Übernahme erklärt?
Prominente Pädophile sitzen an den Hebeln der Macht und über dem Gesetz?
Unsere Teenager Töchter und Söhne leben im 21. Jahrhundert gefährlicher denn je?
Ein fiktives Fazit des berühmten Horrorautors Stephen King:
„Ich denke ernsthaft über einen Berufswechsel nach. Solch brutalen Mist hätte ich mir nie ausdenken können. Oder wollen.“
Da muss doch noch irgendwo eine kleine Portion herumliegen. Wo habe ich das nur wieder hingelegt? Ach, sieh nur – da ist es ja.
Das Paket des friedlich-machtvollen Widerstands der Menschen. Es wirkt zwar etwas verstaubt – aber funktioniert noch tadellos.
Im Kleingedruckten auf dem Paket steht ganz unten, aber noch immer deutlich zu lesen:
„Autokratien funktionieren nicht mehr, sobald sich der friedliche Widerstand bemerkbar macht.“
Und der zweite Blick auf die aktuelle Lage – in den USA, im Iran, in Gaza – zeigt: Die Welt erhebt sich.
Menschen versammeln sich.
Tausende gehen für die Demokratie auf die Strasse, zeigen sich im Parlament, machen sich in den Medien bemerkbar.
Okay. Das Widerstandspaket ist entstaubt.
Es ist einsatzklar.
Überall.
Let’s go.
