Mein Magen und ich

23. Apr 2026,

Mein Magen und ich
Mein Magen und ich

Heute. Gestern. Morgen. Menschen und ihre Geschichte sind auf den Kopf gestellt. Oder kopflos. Ich mag nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Woodstock ist Waterloo.

Stop! 

Was um Himmelswillen oder anderer Umstände lässt mich dermassen dystopisch erscheinen? Ja, ich bin überwältigt vom Zustand der Weltpolitik. Von Politikern und anderen Einflussreichen, die dem Schlachten von Menschen zusehen. 
Oder damit gar ein Businessmodell aufgebaut haben.

Mein Magen dreht sich öfter als je zuvor in den letzten siebzig Jahren. 

Und er brennt vor sich hin. Mein Magen hat Gefühle.

Diese unsere angeborene Menschlichkeit aus Empathie und Respekt für Menschen und andere Tiere wird mit Füssen getreten. 
Sie wird bombardiert. 
Sie wird ausgehungert. 
Sie wird abgeschlachtet.

Wie kann ich da einfach weitermachen und ein normales Leben führen? 
Wie erkläre ich dieses Chaos, diese Kaltschnäuzigkeit meinem Magen?

Ich versuche es immer wieder. 
Jeden Tag aufs Neue, dem ollen Magen in der Grube diese Entwicklung etwas näher zu bringen. 
Doch er mag diese Nähe nicht. 
Denn dann wird er säuerlich.

Und wieder besinne ich mich auf diese eine unsterbliche genetische Eigenschaft, die wir Homo Sapienser:innen in uns tragen. 
Diese eine Kraft des Zusammenstehens, des Teilens von Empörung über Ungerechtigkeiten. 
Und des Trostes. 
Denn die Welt und deren Politik ist nicht mehr ganz bei Trost.

Hier will ich mal kurz auf die Menschen zu sprechen kommen, die aus dem Nichts, aus dem Unmöglichen etwas Grösseres schaffen konnten. Und können. 

Menschen wie du und ich, die sich nicht abspeisen wollen. Die sich nicht dem Fatalismus hingeben. 
Menschen, die aufstehen und handeln. 
Und wieder sind diese Menschen öfters weiblichen Geschlechts, die sich kümmern. 
Die anpacken und Dinge gerade rücken. 
Und meine Magenwände in ruhigere Bahnen lenken.

Oh ja, ich bin heute Morgen mit diesem bitteren Beigeschmack aufgewacht. 
Dann wanderte die Sicht in die Weite und ich sehe diese vielen Namen und Gesichter, die nicht aufgeben. 
Die nicht kuschen. 
Die nicht schweigen. 

Und alle diese aktiven Menschen sind keine Superwesen, keine Helden im üblichen Sinne. 
Doch sie sind bereit, die Welt ein paar Millimeter besser zu machen. 
Und aktiv zu bleiben.

Mein Magen und ich zollen all diesen Menschen einen riesigen Respekt. 
Und wir beide unterstützen deren Aktivitäten so weit und so stark wir können. 
Ja, mein Magen und ich.

Die Liste dieser Menschen wird täglich grösser. 
Und sie machen mir Mut und vor allem Hoffnung, dass wir etwas bewegen können. 
Zum Besseren. 

Ach sieh mal an: Der zweite Kaffee heute Morgen schmeckt köstlich.
Na also.

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