Ob Servieren
25. Apr 2026,
Ob Servieren wirklich Spass macht? Das wissen die Götter. Und die Servierenden. Also diese aufmerksamen Menschen, die jeden Tag Gäste bewirten, nach dem Befinden fragen und schlussendlich den Tisch wieder abräumen.
Es ist geschichtlich nicht erwiesen, wer von der Gruppe für diese eine alternative Berufsgattung verantwortlich zeichnet.
War es jemand von der servierenden Truppe oder hat sich ein Gast diesen Lapsus geleistet?
Wir wissen es nicht.
Aber dieser geheimnistuende Beruf existiert: Die Observierer.
Jetzt geht es nicht mehr um "ob" oder "nicht", es geht um Schleichendes, Kombinierendes, Bewertendes und Konsequenzuelles, wenn sich der oder die Observierer an die Arbeit machen.
Kein Getöse, keine Drohgebärden und keine offensichtliche Handlung.
In der Berufsbeschreibung steht Diskretion, Unauffälligkeit und das Unbeteiligtschteinende im Grossgedruckten.
Womit beschäftigen sich diese Leute also den ganzen lieben Tag?
Ja, mit Observieren, das weiss ich doch.
Was heisst das also im Einzelnen?
Wenn sich ein Observierender - oder Observator? - an die Arbeit macht, dann geschieht dies offiziell eher beiläufig.
Die grauen Mäuse der Beobachtenden wollen eines ganz bestimmt nicht: Sie wollen nicht entdeckt, nicht gesehen und selbst nicht beobachtet werden.
Sie sind das Team der Misstrauischen, die zuerst sich und dann ihre Chefs informieren wollen.
Dabei geht es nicht generell um eine bestimmte Gruppe von Menschen, die sich dem kriminellen Verhalten hingegeben haben.
Sie beobachten, um zu verstehen.
Sie beobachten alles, was dazu beitragen könnte.
Ihre Arbeit ist stets vielfältig, obwohl die realistische Durchführung durchaus langweilig wirken kann.
Wenn Gefahr für eine Gruppe von Menschen oder eine Einrichtung droht - eine von Observierenden aus gesammelten Indizien und Hinweisen gestaltete Bedrohung - dann mag die Sicherheit gefährdet sein.
Ergo wird das Gebäude und die Gruppe wird observiert.
Also beobachtet.
Wenn man schon beim fröhlich-stillen Observieren ist, dann wird das Verhalten von Menschen und Tieren gesichtet und anschliessend ausgewertet.
Man ist schliesslich das ganze Leben mit dem Lernen beschäftigt.
Wenn ein Arzt den Patienten untersucht, um den Fehler im biologisch-medizinischen System des Körpers zu erkunden, dann ist der Arzt so ganz nebenbei zum Observierer geworden.
Ob Servieren oder Observieren Spass macht?
Keine Ahnung, aber in bestimmten Situationen ist das Observierte bestimmt hilfreich.
Denn dieses Beobachten und Auswerten ist eine der grundsätzlichen Tätigkeiten, mit der die Menschheit Wissen schafft.
Oder so.

