Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch

27. Apr 2026,

Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch
Sonne im Herzen, Schmetterlinge im Bauch

«Sonne im Herzen und Zwiebeln im Bauch.» Wer diesen Singsang-Spruch als Kind nicht mindestens einmal mit hochrotem Kopf und kaum unterdrücktem Kichern herausgerufen hat, hat eine echte Lücke in der Kindheit. Die zweite Zeile hatte diesen unverwechselbaren Beigeschmack von «Das sagt man eigentlich nicht.» Und was sagt man nicht? Genau das. Immer. Die kleinen Illegalitäten des Alltags schmecken einfach besser.

Die Zwiebeln sind übrigens noch immer da, wenn es dem Rührei an Pep fehlt. 

Und die Sonne ist noch immer zuständig für die vitaminreiche Seite des Lebens. 

Nur meine ich jetzt weniger die Himmelskörper-Variante als jene Menschen, die offensichtlich irgendwo innen drin eine eigene Lichtquelle betreiben. 
Diese von innen strahlenden Zeitgenossen, bei denen schlechte Laune schlicht keine Überlebenschance hat. 
Säuerlichkeit und Missmut schmelzen beim Anblick dieser fröhlich-scheinenden Lebewesen wie Schnee im März. 
Die scheinen das Leben grundsätzlich zu lieben. 
Wirklich zu lieben. 
Und zu geniessen.

Ernsthaft gefragt: Wie kann jemand in einer Zeit, die sich selbst gerne als übel bezeichnet, noch gute Laune haben? 

Trauer im Minenfeld gilt doch als die angemessene Grundhaltung, um halbwegs durch den Tag zu kommen. 

Ach ja? 
Wirklich? 

Wird der Druck der Angst, der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit durch die Trauermine leichter? 
Irgendwie bezweifle ich das. 
Der Druck bleibt. 
Die Frage ist nur, ob man ihn mit oder ohne innere Sonnenenergie erträgt.

Diesen sonnigen Zeitgenossen wird nachgesagt, dass ihre Ausstrahlung direkt die Resilienz stärkt. 
Die können mit Dramen und Dystopie schlicht besser umgehen, weil sie irgendwo noch Restlicht haben, das ihnen den Weg aus dem Chaos zeigt. 
Wer sonnig in den Tag startet, tut nicht nur den Mitmenschen einen Gefallen, sondern auch dem Immunsystem. 
Das ist nämlich alles andere als immun gegen sonnige Einwirkungen.

Ja, ja,
 «Besserwisserei am Morgen bringt Kummer und Sorgen.» 

Ist die Tasse etwa schon wieder trüb geworden? 
Keine Sorge, das passiert den Besten im Schrank.

Sonnig eingestellte Menschen sind nicht naiv. 
Die sehen die Krisen, die Weltprobleme, den Wahnsinn der Gegenwart genauso deutlich wie alle anderen. 
Aber sie sind schlicht weniger bereit, sich der Verzweiflung in die Arme zu werfen wie einem alten Bekannten, der sowieso immer da ist. Wer noch Restwärme einer sonnigen Einstellung findet, sucht nach Lösungen statt nach Bestätigung für das Schlimmste. 
Und das macht diese Menschen ziemlich anziehend. 
Und gefährlich positiv. 
Und inspirierend für jeden, der in ihrer Nähe sitzt.

Wie waren die Zutaten zum vielgerühmten Teamgeist noch? 
Fröhlicher Optimismus, inspirierende Beziehungen, arbeitsame Moral und diese Ausstrahlung, die von innen gespeist wird. 

Kein Zufall. Eine Entscheidung.

Hab Sonne im Herzen. Und Liebe im Bauch.
Dann hast du Laune. Und Schmetterlinge auch.

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